Mit der richtigen Steuerklasse mehr Elterngeld

 

 

Waren Mutter und/oder Vater vor der Geburt ihres Kindes erwerbstätig und kümmern sie sich abwechselnd oder gemeinsam um die Betreuung des neuen Erdenbürgers, so sind Einkommensverluste vorprogrammiert. Da eine frühe und enge Bindung zwischen Eltern und Kind für die gesunde Entwicklung eines Menschen prägend ist, hat der Gesetzgeber mit dem Elterngeld eine Möglichkeit geschaffen, Familien bei der Sicherung ihrer Lebensgrundlage zu unterstützen.

Das Elterngeld beträgt grundsätzlich 67 % des durchschnittlichen Nettoeinkommens (ab 1.240 Euro Nettoeinkommen: 65 %), welches der betreuende Elternteil in den 12 Monaten vor der Geburt erhalten hat, höchstens jedoch 1.800 Euro pro Monat. Mindestens wird ein Sockelbetrag von 300 Euro gezahlt. Für Eltern, die vorher ein Einkommen unter 1.000 Euro bezogen haben, gibt es eine Geringverdienerkomponente. Und bei Mehrlingsgeburten erhöht sich das Elterngeld um je 300 Euro monatlich für das zweite und jedes weitere Kind.

Ein sogenannter Geschwisterbonus, der das Elterngeld um 10 %, mindestens um 75 Euro erhöht, wird gezahlt, wenn die berechtigte Person mit zwei Kindern, die das 3. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, oder mit drei oder mehr Kindern, die das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, in einem Haushalt lebt.

Bei Arbeitnehmern gilt als Bemessungsgrundlage für das Elterngeld das Einkommen in den letzten zwölf Monaten vor der Geburt. Die Elterngeldstelle berechnet dabei ein fiktives Netto bei dem - ausgehend vom monatlichen Brutto des antragstellenden Elternteils - ein anteiliger Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 83,33 Euro, Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von pauschal 21 %, aber auch Lohnsteuer, der Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer berücksichtigt werden. Grundlage für die zu berücksichtigende Lohnsteuer ist dabei die Lohnsteuerklasse, die im Bemessungszeitraum relativ am längsten galt.

Beispiel:
Eine Arbeitnehmerin bezog vor der Geburt ihres Kindes am 16.02.2018 Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit. Der Bemessungszeitraum für das Elterngeld umfasst die Monate von Dezember 2016 bis November 2017. Die Lohnabrechnung Dezember 2016 bis Mai 2017 (6 Monate) basierte auf der Steuerklasse I. Nach ihrer Hochzeit im Juni 2017 wurde die Lohnabrechnung für die Monate Juni und Juli 2017 (2 Monate) mit der Steuerklasse IV abgerechnet. Nach einem Steuerklassenwechsel erfolgte die Lohnabrechnung ab August 2017 auf der Grundlage der Steuerklasse III, im Bemessungszeitraum also von August bis November 2017 und somit für 4 Monate.

Für das Elterngeld am günstigsten, da mit den geringsten Lohnsteuerabzügen verbunden, wäre natürlich die Steuerklasse III, in die im August 2017 bewusst gewechselt wurde. Da die Lohnsteuerklasse I mit sechs Monaten aber innerhalb des Bemessungszeitraumes am längsten galt, war sie für die fiktive Nettolohnberechnung als Bemessungsgrundlage für das Elterngeld zu berücksichtigen.

Dieses Beispiel basiert auf einem aktuellen Urteil des Bundessozialgerichts (BSG). Mit dieser Entscheidung bestätigt das BSG eine gesetzliche Regelung des Bundeselterngeld- und Elternteilzeitgesetzes, wonach nicht das im Interesse der Verwaltungsvereinfachung anzusetzende Einkommen im letzten Monat des Bemessungszeitraums anzusetzen ist, sondern bei einer Änderung der Steuerklasse im Bemessungszeitraum die Steuerklasse, die in der überwiegenden Zahl der Monate gegolten hat. Wobei es für die Beurteilung der überwiegenden Zahl der Monate nicht auf eine absolute Betrachtung (mindestens 7 Monate) sondern nur auf eine relative Betrachtung ankommt. Dies gilt in allen Fällen, in denen der Rückgriff auf den letzten Monat die wirtschaftlichen Verhältnisse des Elterngeldberechtigten im Bemessungszeitraum verzerrt darstellt.

Tipp: Die Steuerklasse entscheidet mit über die Höhe des Elterngelds. Es ist ratsam sich rechtzeitig für die richtige Steuerklasse zu entscheiden. Innerhalb eines Jahres kann einmal die Steuerklasse gewechselt werden.

(Stand: 01.04.2019)

 

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