Nicht jede doppelte Haushaltsführung wird steuerlich anerkannt

Eine Stunde Arbeitsweg ist zumutbar

 

Ob auf dem Lande oder in Ballungsgebieten – Mobilität ist gefragt und so mancher Arbeitnehmer nimmt täglich lange Arbeitswege auf sich. Im Durchschnitt haben Arbeitnehmer in Deutschland einen Arbeitsweg von ca. 17 Kilometer. Da es aber nur ein Durchschnittswert ist, hat ein Großteil der Arbeitnehmer auch einen längeren Arbeitsweg. Ein Teil von ihnen nutzt daher am Beschäftigungsort eine Zweitwohnung, weil die Arbeitszeiten und/oder die Verkehrsanbindung eine tägliche Heimfahrt zur Familie nicht ermöglichen. Doch das hat seinen Preis. Die doppelte Miete für das Familienheim und die Zweitwohnung führen zu finanziellen Mehrbelastungen, die der Arbeitnehmer jedoch nicht alleine tragen muss. Wird die Zweitwohnung aus beruflichen Gründen genutzt und befindet sich am Hauptwohnsitz der Lebensmittelpunkt, sind die Aufwendungen für die doppelte Haushaltführung als Werbungskosten abziehbar. Ansetzbar sind monatliche Unterkunftskosten bis 1.000 Euro. Die berufliche Veranlassung für die Nutzung einer Zweitwohnung ist dabei von besonderer Bedeutung, denn nicht jedes Wohnen am Beschäftigungsort führt zu einer steuerlich anzuerkennenden doppelten Haushaltführung. Das Finanzamt darf die Anerkennung versagen, wenn der einfache Arbeitsweg innerhalb einer Stunde zurückgelegt werden kann. Dies bestätigte der VI. Senat des Bundesfinanzhofes in zwei Urteilen. In einem Fall arbeitete der Arbeitnehmer in einer anderen Gemeinde, wobei der tägliche Anfahrtsweg zur Arbeit weniger als eine Stunde betrug. Fast zwei Stunden täglich unterwegs zu sein, war ihm zu viel. Deshalb mietete er eine Zweitwohnung am Beschäftigungsort. Das Finanzamt erkannte die entstandenen Mehraufwendungen jedoch nicht als Werbungskosten an. Das zweite Urteil betraf eine Zweitwohnung in Berlin. Auch hier wurden die Aufwendungen nicht anerkannt, da Erst- und Zweitwohnung im gleichen Einzugsbereich der Arbeitsstätte (erster Tätigkeitsstätte) lagen. Auch hier vertraten das Finanzamt und die Richter des Finanzgerichtes die Auffassung, dass ein Arbeitsweg von bis zu einer Stunde zumutbar ist. Da dieses Zeitfenster nicht überschritten wurde, waren die Aufwendungen für die Zweitwohnung nicht anzuerkennen.

Hinweis: Auch bei einem Umzug in eine neue Wohnung, verbunden mit der Aufgabe des bisherigen Wohnortes, ist die berufliche Veranlassung zu prüfen. Als ein beruflich (mit-)veranlasster Umzug kann dabei die Verkürzung des Arbeitsweges um ca. eine Stunde pro Tag gelten. Im Ergebnis können die Umzugskosten steuermindernd als Werbungskosten angesetzt werden.

(Stand: 30.11.2018)

 

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